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▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Abteilung für Personal und Personalentwicklung

Schwerbehinderung

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Wahl der Schwerbehindertenvertretung 2018

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1. Allgemein

2. Benachteiligungsverbot

3. Integrationsvereinbarung

4. Bewerbungs- und Auswahlverfahren

5. Schwerbehinderteneigenschaft

6. Besondere Rechte schwerbehinderter Menschen

7. Beauftragter des Arbeitgebers und behindertengerechte Arbeitsplätze

8. Inklusion

9. Interessenvertretungen für schwerbehinderte Menschen

 

1.Allgemein

Schwerbehindert ist, wer einen Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 aufweist. Die Feststellung erfolgt auf Antrag durch die Versorgungsämter. Behinderte Menschen mit einem GdB von weniger als 50 aber mindestens 30 können unter bestimmten Voraussetzungen den schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden. Anträge sind an die zuständige Arbeitsagentur zu richten. Gleichgestellte erhalten keinen Schwerbehindertenausweis. Sie haben nach der Gleichstellung die gleiche Rechtsstellung wie schwerbehinderte Menschen, jedoch keinen Anspruch auf Zusatzurlaub oder Vergünstigungen im öffentlichen Personenverkehr. Es besteht auch kein Anspruch auf flexibles Altersruhegeld für Schwerbehinderte.

2. Benachteiligungsverbot

Ein schwerbehinderter Mensch, der im Arbeits- bzw. Beschäftigungsverhältnis steht, darf aufgrund der Behinderung nicht benachteiligt werden.

3. Integrationsvereinbarung

Die HU beschäftigt ca. 180 (Jahr 2018) schwerbehinderte Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen. Seit dem 1. November 2003 ist an der HU die Integrationsvereinbarung in Kraft, die zwischen der Schwerbehindertenvertretung, dem Personalrat, der Beauftragten des Arbeitgebers und dem Präsidenten abgeschlossen wurde. Das Instrument der Integrationsvereinbarung soll die Teilhabe der schwerbehinderten Menschen am Arbeitsleben dadurch stärker unterstützen, dass die betriebliche Integrationsarbeit über Zielvereinbarungen gesteuert wird.

Die Umsetzung der Integrationsvereinbarung wird durch das  Integrationsteam  begleitet.

4. Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Die Schwerbehindertenvertretung und der Personalrat sind über eingehende Bewerbungen schwerbehinderter Menschen unverzüglich zu informieren. Hierfür verwenden Sie bitte das Formular für die Information über den Eingang von Bewerbungen schwerbehinderter Menschen.

Schwerbehinderte Bewerber/innen werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Die Einladung ist entbehrlich, wenn die fachliche Eignung -gemessen an den in der Ausschreibung formulierten Anforderungen- offensichtlich fehlt und hierüber zwischen den für die Auswahlentscheidung Verantwortlichen und der Schwerbehindertenvertretung Einvernehmen hergestellt wurde. Die Schwerbehindertenvertretung kann an allen Vorstellungsgesprächen teilnehmen. Sie ist rechtzeitig über die Termine zu informieren.

Wird ein schwerbehinderter Mensch bei der Anbahnung eines Arbeitsverhältnisses nach seiner Schwerbehinderteneigenschaft befragt, so ist diese Frage uneingeschränkt zulässig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Andernfalls ist der Arbeitsvertrag später anfechtbar. Es ist zu beachten, dass die Frage nach der Art der Behinderung strikt von der Frage nach der Schwerbehinderteneigenschaft zu trennen ist.

5. Schwerbehinderteneigenschaft

Der Nachweis der Schwerbehinderteneigenschaft liegt vorrangig im persönlichen Interesse, da schwerbehinderte Menschen einen besonderen Schutz im Arbeitsleben genießen. Aber auch für den Arbeitgeber ist es wichtig zu wissen, welche und wie viele schwerbehinderte Mitarbeiter/innen beschäftigt werden, da diese Angaben für die jährlich zu entrichtende Ausgleichsabgabe maßgeblich sind. Der Schwerbehindertenausweis ist möglichst umgehend nach Erhalt bei der zuständigen Personalstelle vorzulegen. Da die Gültigkeit des Ausweises meist befristet ist, muss frühzeitig ein Antrag auf Verlängerung gestellt und der geänderte Ausweis dann in der Personalstelle vorgelegt werden. Die Personalstelle ist auch dann zu informieren, wenn keine Verlängerung beantragt bzw. eine Verlängerung abgelehnt wurde oder sich der Grad der Behinderung ändert.

6. Besondere Rechte schwerbehinderter Menschen

In folgenden Bereichen bestehen im Arbeitsleben für schwerbehinderte Menschen besondere Rechte:

Arbeitszeit und Arbeitsplatz

Bei der Regelung der Arbeitszeit und der Gestaltung des Arbeitsplatzes müssen die Bedürfnisse der schwerbehinderten Menschen berücksichtigt werden. Abgesehen von Notfällen darf der schwerbehinderte Mensch ohne Angabe von Gründen gemäß § 207 SGB IX jede Mehrarbeit ablehnen.

Zusatzurlaub (§ 208 SGB IX)
Schwerbehinderte Menschen (nicht Gleichgestellte) erhalten jährlich zu ihrem Erholungsurlaub einen Zusatzurlaub von 5 Arbeitstagen. Hinsichtlich der Fristen der Inanspruchnahme verweisen wir auf die tariflichen Regelungen. Für den Fall, dass die Schwerbehinderteneigenschaft nicht das ganze Kalenderjahr besteht bzw. rückwirkend festgestellt wird berechnet sich der Zusatzurlaub nach der 1/12-Regelung.
Kündigungsschutz (§§ 168 ff. SGB IX)
Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses schwerbehinderter Menschen durch den Arbeitgeber bedarf der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes. Das Integrationsamt ermittelt im Einzelnen den Sachverhalt, bevor es eine Entscheidung trifft. Vorrangiges Ziel ist es, einvernehmlich die Weiterbeschäftigung zu erreichen. Vielfach kann durch frühzeitig einsetzende begleitende Hilfe des Integrationsamtes einer Kündigung vorgebeugt werden.
weitere besondere Rechte
Schwerbehinderte Menschen, die besonders stark beeinträchtigt sind, können zum Ausgleich der ihnen durch die Behinderung entstehenden Nachteile bestimmte Vergünstigungen in Anspruch nehmen, so z. B. Steuererleichterungen, unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr, Parkerleichterungen sowie die Befreiung von den Rundfunkgebühren. Ob die Voraussetzungen hierfür erfüllt sind, stellt das Versorgungsamt auf Antrag fest und dokumentiert dies im Schwerbehindertenausweis.

7. Beauftragter des Arbeitgebers und behindertengerechte Arbeitsplätze

Der Inklusionsbeauftragte des Arbeitgebers  wird gemäß § 181 SGB IX förmlich bestellt und vertritt den Arbeitgeber verantwortlich in Angelegenheiten der schwerbehinderten Menschen. Hauptaufgabe ist die Unterstützung und Kontrolle des Arbeitgebers im Hinblick auf die Einhaltung seiner gesetzlichen Verpflichtungen. Der Beauftragte des Arbeitgebers an der HU, die Schwerbehindertenvertretung und der Personalrat bilden das Integrationsteam.

Der Beauftragte des Arbeitgebers arbeitet eng mit dem Integrationsamt zusammen, um möglichst optimale Arbeitsbedingungen für die schwerbehinderten Beschäftigten zu schaffen. Dazu gehören z. B. Hilfen zur Berufsvorbereitung, zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess, technische Arbeitshilfen, begleitende Hilfen im Arbeitsleben und Arbeitsplatzassistenz. Begründete Anträge sind von den Bereichen (i. d. R. Verwaltungsleiter/in) formlos an den Beauftragten des Arbeitgebers zu stellen.

8. Inklusion

„Hinsichtlich des Verständnisses von Behinderung und des gesellschaftlichen Umgangs mit Menschen mit Behinderung hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Lange Zeit wurde Behinderung linear als Folge von Krankheiten, körperlichen Beeinträchtigungen, Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen angesehen. Beeinträchtigungen galten defizitorientiert als Attribut einer Person („er/sie ist behindert“). Weltweite Anerkennung hat zwischenzeitlich eine neue Sichtweise von Behinderung gefunden. Behinderung wird nunmehr verstanden als Ergebnis der Wechselwirkung zwischen Personen und Beeinträchtigungen und den einstellungs- und umweltbezogenen Barrieren, die ihre volle und wirksame Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auf der Basis gleicher Rechte verhindert („er/sie wird behindert“). Diese Sichtweise stellt eine der zentralen Grundlagen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung dar und steht spätestens seit der Ratifizierung dieses Übereinkommens durch die Bundesrepublik Deutschland in 2008 im Fokus der (fach-)öffentlichen Diskussion…“ (Auszug: Fachlexikon der Integrationsämter)

9. Interessenvertretungen für schwerbehinderte Menschen

 

Rechtliche Grundlagen zu diesem Thema

Vordrucke/Formulare zu diesem Thema

  • Information über den Eingang von Bewerbungen schwerbehinderter Menschen Bitte beachten Sie die Änderung der Telefon- sowie Faxnummer des Personalrats Neu: Tel. 2093-12800, Fax. 2093-12801

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